Konzept

Überall in Europa „boomen“ Konzertzyklen mit dem Kantatenwerk von Johann Sebastian Bach. Es ist jeweils ein großer Erfolg, da die Musik die Menschen wohl auf vielfältiger Ebene und auch in der Tiefe anspricht. Was ist es wohl, das bei Bach so bewegt und berührt?

Die Kantaten J. S. Bachs zeichnen sich durch zwei starke Komponenten aus: Musiktheoretisch gesprochen ist es zum Einen die hohe Kunst der Komposition, dessen Art und Weise für Bach einzigartig und besonders ist. An ihn reichte wohl kaum ein anderer Zeitgenosse in dieser Weise und auch Perfektion heran. Doch das allein zeichnet Bach noch nicht aus. Da ist mehr. Dieses „mehr“, welches Musiker gleichwie die Zuhörer erleben, ist sein Lebensmotto, welches durch alle seine Werke geht und mit dem er diese auch signiert hat: SDG – Soli Deo Gloria. Es spiegelt sich in der Rhetorik der Kantaten sehr stark wieder.

Jede Kantate baut auf dem Evangelium des jeweiligen Sonntags auf. Das wird nicht nur in den Rezitativen wiedergegeben. In den Arien und Chören erfolgt eine Verarbeitung und Auslegung dessen, ja, eine „praktische Anwendung“ für die suchende Seele. Und das ist es, was berührt: Bach schafft es, mit der musikalischen Rhetorik so nah am Wort zu sein, dass Beides in Einheit wirkt und Zuhörer und Musiker in Bewegung setzt. Es ist ein Stück musikalisch-christlicher Kultur, die überkonfessionell wirkt und anspricht, und die den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit von Körper – Seele – Geist berührt.

Das Team

Thomas Platzgummer
Violoncello und musikalische Leitung

Der Dornbirner Thomas Platzgummer studierte Violoncello in Feldkirch, Salzburg und Graz bei Annick Gautier, Wilfried Tachezi und Rudolf Leopold. Kammermusikunterricht erhielt er bei Mitgliedern des Hagen- und des Rosamunde- Quartetts sowie des Quatuor mosaique. Im Bereich der Alten Musik bildete er sich mit dem Barockcello bzw. durch Unterricht in Historischer Aufführungspraxis bei Nikolaus Harnoncourt, Christoph Coin, Hidemi Suzuki und Lorenz Duftschmid weiter. Zusätzlicher Unterricht bzw. Meisterkurse erfolgten bei Philip Muller, Walter Despalj, Heinrich Schiff.

Mitglied des Ensembles Zeitfluss für Neue Musik, der Salonfähigen Saitenspringer, des Barockorchesters Concerto Stella Matutina, des Linus Ensemble Graz sowie Mitwirkung beim Brucknerorchester-Linz und beim Grazer Philharmonischen Orchester (Grazer Oper). Seit 2006 Leitung einer Klasse für Violoncello und des Sinfonieorchesters am Johann-Joseph-Fux Konservatorium in Graz.

Gemeinsam mit dem Regisseur Wolfgang Atzenhofer gründete er 1998 die „Murauer Operettenfestspiele“ und 2003 die „Kammeroper Graz“ (Schwerpunkt Barockoper), deren beider musikalischer Leiter und Dirigent er bis heute ist. Auftritte als Solist, Kammermusiker oder Dirigent bei den Salzburger Festspielen, Styriarte Graz, Bregenzer Festspielen, Donaufestwochen Grein, Rheingau Musik Festival, Osterklang Wien, Osterfestival Tirol, Gastdirigent, Dozent und Juror bei verschiedenen Orchestern, Festivals und Wettbewerben. (www.thomasplatzgummer.at)

Miriam Feuersinger
Sopran und Konzeption

Die österreichische Sopranistin und ECHO-Klassik-Preisträgerin Miriam Feuersinger entdeckte bereits als Kind ihre Liebe zum Gesang. So setzte sie nach umfassender musikalischer Bildung an der Musikschule ihrer Heimatstadt Bregenz ihre professionelle Gesangausbildung am Landeskonservatorium Feldkirch/A fort und wechselte anschließend an die Musikhochschule Basel in die Klasse von Prof. Kurt Widmer, wo sie ihr Studium im Frühjahr 2005 mit Auszeichnung abschloss.

Ihre große Liebe gilt musikalisch und inhaltlich dem Kantaten- und Passionswerk von J.S. Bach, worauf auch eine rege Konzerttätigkeit schliessen lässt. Sie ist Initiatorin der Reihe „Bachkantaten in Vorarlberg“. Weitere schöne Schwerpunkte ihres musikalischen Schaffens liegen in dem breiten Spektrum der geistlichen Musik vom Barock bis hin zur Spätromantik, was auch szenische Oratorien mit einbezieht, und auch dem deutschen Lied. Die Sopranistin musiziert mit renommierten Musikern wie Rudolf Lutz, Ton Koopman, Peter Koij und Laurent Gendre sowie Barockensembles und Barockorchestern wie Les Cornets Noirs, Capricornus Consort Basel, La Banda, La Cetra, Concerto Stella matutina, L‘Orfeo und Capriccio Basel, um nur einige zu nennen.

Miriam Feuersinger ist zweifache Preisträgerin der Ernst-Göhner-Stiftung. Ihre aktuelle Solo-CD mit Kantaten von Christoph Graupner erhielt den „Preis der deutschen Schallplattenkritik 2/2014“, den „ECHO-Klassik 2014“ sowie eine Nominierung des ICMA 2015. Mehr Informationen zu aktuellen Konzerten und CD-Aufnahmen sind auf ihrer Homepage www.miriam-feuersinger.info zu finden.

Armin Bereuter
Violone

Der Bregenzerwälder Armin Bereuter begann seine Studien zuerst auf der klassischen Gitarre. Danach folgten Jahre der intensiven Beschäftigung mit Musik der Renaissance und des Barock. Er studierte Viola da gamba bei Lorenz Duftschmid, dann an der Schola Cantorum in Basel bei Jordi Savall und Paolo Pandolfo. Der Bogen seines Interesses spannte sich weiter bis ins klassische Repertoire, das er mit David Sinclair (Violone/ Kontrabass) vertiefte.

Der Gambist und Kontrabassist tritt als Solist und Kammermusiker mit erstrangigen Ensembles auf. So konzertiert er regelmäßig bei den Bachkantaten in der Predigerkirche (Basel) mit Jörg-Andreas Bötticher, bereist Frankreich mit dem Ensemble La Chapelle Rhénane mit Benoit Haller, Österreich mit Armonico Tributo und Lorenz Duftschmid, ist erster Bassist des Orchesters der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen mit Rudi Lutz und stand u.a. mit folgenden Musikern auf der Bühne: Andreas Scholl, René Jacobs, Erich Höbarth, Gottfried von der Goltz und Thomas Hengelbrock.

Zahlreiche CD-Einspielungen dokumentieren seine musikalischen Begegnungen. Aktuell erscheint die zweite CD mit „Sette Voci“ (Peter Kooij) mit einer Einspielung der „Italienischen Madrigale op. 1“ von Heinrich Schütz. Als besondere Auszeichnung ist die „Diapason d‘Or de l‘année 2007“ mit La Chapelle Rhénane zu erwähnen.

Die Musiker

Violine

Peter Barczi
Eva Borhi
Daila Dambrauska
Daniel Deuter
Katharina Echeverri
Johannes Frisch
Beatrix Hülsemann
Regula Keller
Petra Melicharek
Dietlind Mayer
Ildikó Sajgó
Friedemann Wezel

Viola

German Echeverri
Michèle Party
Christoph Riedo
Florian Schulte
Emily Yaffe

Viola da Gamba

Michael Lang
Christoph Prendl

Violoncello

Thomas Platzgummer

Violone

Armin Bereuter

Blockflöte

Katharina Bereuter
Claudia Gerauer
Eva Ivanova-Dyatlova

Traversflöte

Eva Ivanova-Dyatlova
Renate Sudhaus

Oboe

Julia Bauer
Elisabeth Baumer
Saskia Fikentscher
Gustav Friedrichsohn
Ayelet Karni
Lisa Korthleitner
Xenia Löffler
Dominik Melicharek
Ingo Müller
Amy Power
Claire Sirjacobs

Fagott

Christa Feuersänger
Barbara Meditz

Trompete

Michael Bühler
Jodok Lingg
Robert Vanryne
Herbert Walser

Horn

Herbert Walser
Andreas Schuchter

Orgel

David Blunden
Johannes Hämmerle
Aki Noda